Sie sind hier

bfg Erlangen ab sofort "K. d. ö. R."

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 20. Juni 2017 - 18:42
Art. 137 der Weimarer Verfassung: "Es besteht keine Staatskirche" (Weimarer Kirchenkompromiss von 1919, der bis heute Verfassungsrang besitzt)
Gerade rechtzeitig vor dem Welthumanistentag eingetroffen:

Mit Schreiben vom 8. Juni 2017 hat das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst dem Antrag des bfg Erlangen auf Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts stattgegeben. Damit "firmiert"  der bfg Erlangen mit sofortiger Wirkung nicht mehr als "e.V.", sondern als "K. d. ö. R.", wozu Wikipedia aufschlussreiche Informationen liefert:
 

"Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind kraft Verfassung nicht-staatliche Körperschaften des öffentlichen Rechts. Begründet wurde dieser Sonderstatus im sogenannten Weimarer Kirchenkompromiss von 1919, den das Grundgesetz als Verfassungsrecht übernommen hat. Art. 137 der Weimarer Verfassung (WRV) bestimmt die Trennung von Staat und Kirche. Religiösen Gemeinschaften wurde unter gewissen Voraussetzungen der Körperschaftsstatus zugebilligt. In Art. 137 Abs. 5 WRV heißt es: „Die Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten.“ Der Staat „begünstigt Religionsgemeinschaften, denen er unter bestimmten Voraussetzungen Körperschaftsrechte verleiht, und kooperiert mit ihnen. Sie unterstützen ihrerseits den Staat im Sinne der Bildung und Erhaltung eines Wertekanons, indem sie friedens-, rechts- und wertefördernd auftreten und ihrerseits das staatliche Gewalt- und Strafmonopol anerkennen. Diese Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften äußert sich etwa in der Steuerbefreiung von Spenden, dem Erteilen von Religionsunterricht oder speziellen Regelungen im Arbeits- und Sozialrecht.“

Die rechtliche Gleichstellung mit den Religionsgemeinschaften verleiht uns vor allem erhöhte Akzeptanz in Politik und Gesellschaft ("Augenhöhe!"), wenn auch nicht in Form der üppigen staatlichen Alimentierung wie die Kirchen. Letzteres war - im Gegensatz zu einem anderen großen deutschen humanistisch orientierten Verband, der sich längst in "friedlicher Koexistenz" mit den Religionsgemeinschaften und damit zugleich als weiterer Empfänger staatlicher Gelder eingerichtet hat - auch nicht unser Ziel. Dem bfg Erlangen geht es ausschließlich um die Durchsetzung einer vollständigen Säkularisierung, also der Entflechtung religiöser Interessen von denen des Staates - sowohl in finanziellen Angelegenheiten als auch in Fragen der ebenso ungerechtfertigten Einflussnahme auf Politik.