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Andrea Nahles ins Stammbuch geschrieben

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 20. Februar 2013 - 1:00

Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles macht sich gegen eine strikte Trennung von Staat und Kirche stark (eingestellt 20.2.). Diese sei "weder eine hinreichende noch eine notwendige Bedingung von Demokratie", schreibt Nahles in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Im Gegenteil: ein strenger Laizismus verzichte sogar auf alle Möglichkeiten, Religionen "an ihr friedensstiftendes und integrationsförderndes Potenzial zu erinnern". Zudem ermögliche ein kooperatives Verhältnis "auch kritische Rückfragen an Lehre und Struktur von Religionsgemeinschaften", so die bekennende Katholikin. Nahles wendet sich gegen eine "Rückkehr zur alten, antiklerikalen Haltung der SPD.(…)".
Weil sie sich nicht entblödet, ihre SPD-Sitzenposition für religiöse Umtriebe zu missbrauchen, zeichnet der bfg sie mit dem Schraubenschlüssel am Bande aus, siehe dazu unseren Veranstaltungstermin.

Sie hat's redlich verdient. Nahles schreibt auf ihrer hp über den Papst-Rücktritt: Aus tiefster christlicher Überzeugung heraus setzt er sich für die weltweite Achtung der Menschenrechte ein. Er suchte die Brücken zwischen Religionen und Weltanschauungen und zwischen säkularer und christlicher Welt. Das bleibt ein herausragender Beitrag für mehr Menschlichkeit und Frieden in unserem Jahrhundert - wie kommt die auf solchen Unfug? Heißt die mit 2. Vornamen Nanuna? Nanuna Nahles?

  • Der Papst Ratzinger setzt sich nicht für die weltweite Achtung der Menschenrechte ein, sondern er missachtet sie prinzipiell, weil er die präsumptiven Gottesrechte darüber stellt. Das zeigt sich zu Genüge in seiner Behandlung der Missbrauchsaffairen, in seiner Geißelung der Homosexualität, in seiner Neuevangelisierungskampagne, die darauf hinausläuft, das 11. Gebot planmäßig zu verletzen (das 11. Gebot ist ein von den Säkularen geschaffenes Gebot und lautet: "Du sollst Deine Religion für Dich behalten und niemanden damit belästigen").
  • Die Brücken des Papstes gingen nur zu erzreaktionären Aktivisten wie dem iranischen Präsidenten, sonst hat er eher versucht, Brückenköpfe des Mittelalters im säkularen Gelände einzuschlagen. So etwa mit seiner "Positivismus"-Schelte vor dem Deutschen Bundestag, als er die versammelten Parlamentarier hinterfotzig verarschte, indem er die Inhalte seiner Rede so verklausulierte, dass sie die Modernitäts-Kritik nicht als solche erkannten.
  • Was der Papst geleistet hat, ist alles andere als ein Beitrag für mehr Menschlichkeit und Frieden. Was Nahles und viele andere Religiöse nicht verstehen, ist die Tatsache, dass Religion nicht an Menschlichkeit orientiert ist, sondern an "Göttlichkeit", der die Menschen sich fügen sollen. Weil die vermeintlichen Götter die Ausgeburten krauser Phantasie sind (und im Fall von Christentum und Islam obendrein einer reichlich perversen und aggressiven Phantasie), hat das nichts mit Frieden zu tun. Wenn die religiösen Obermuftis sich in Harmonie üben, lösen sie nur Konflikte, die ihre Religionen selber schaffen. Das friedensstiftende und integrationsfördernde Potenzial, das Nahles in der Religion zu erkennen meint, ist deshalb reine Einbildung.