Sie sind hier

BayernSPD-Landtagsfraktion: Überflüssige Homöopathie-Studie soll doppelt so teuer werden wie gedacht

Zuletzt aktualisiert von presse am 13. Februar 2020 - 17:53

Gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann und Haushaltsexperte Florian Ritter der BayernSPD-Landtagsfraktion: 800.000 Euro für wissenschaftlichen Unfug sind völlig unverantwortlich!

Die umstrittene Homöopathie-Studie, die Freie Wähler, CSU und GRÜNE durchgesetzt haben, werden den bayerischen Steuerzahler statt 400.000 rund 800.000 Euro kosten. Zusätzlich zu den 400.000 Euro im Haushaltsansatz der Staatsregierung wurden am 13. Februar auf Antrag der CSU noch einmal weitere 400.000 Euro bereitgestellt. Die gesundheitspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Ruth Waldmann zeigte sich fassungslos: "Auf Staatskosten untersuchen zu wollen, ob Homöopathie Antibiotika ersetzen kann, ist wissenschaftlicher Unfug und brandgefährlich, zudem gibt es dazu bereits genug Untersuchungen. Außerdem haben wir viel drängendere echte Probleme, nämlich Versorgungsengpässe bei Medikamenten wie z.B. Antibiotika!"

Der Finanzexperte Florian Ritter berichtete aus der Sitzung des Haushaltsausschusses am 13. Februar zum Gesundheitsetat: "Schon die ersten 400.000 Euro waren eine aus der Luft gegriffene und unverantwortlich hohe Summe. Diese nun zu verdoppeln, setzt dem Ganzen die Krone auf!"

In der Studie soll ausdrücklich unter anderem eine "mögliche positive Rolle von ggf. ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten beleuchtet werden", um Antibiotika zu reduzieren. Dabei hätten sämtliche seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen ergeben, dass Globuli keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkungen zeigten, teilten die beiden Abgeordneten mit.

Waldmann: "In der Antragsbegründung wird davon gefaselt, dass Homöopathie bei schwerer Sepsis helfen könne. Allein so etwas zu behaupten, kann sehr gefährlich für betroffene Patienten sein, wenn sie das glauben und nicht zu einem richtigen Arzt gehen."