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Bundespräsident Wulff von bfg und atheisten-info gewürdigt

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 13. Februar 2012 - 1:00

Die Süddeutsche Zeitung findet versöhnliche Worte für Wulff (7.3.), die so enden: Der zivilisierte Wechsel an der Spitze des Staates und ein ebensolcher Umgang mit ehemaligen Staatsoberhäuptern sind ein Wert an sich. Wer's nicht glaubt, der möge sich in anderen Teilen der Welt umsehen. Kommentar bfg: Was ist aber, wenn der Präsi nicht zivilisiert mit seinem Amt umgeht? Muß man auch bei uns die Berlusconisierung dulden?

Atheisten-info.at findet den passenden Abgesang (1.3.): Ein finanzielles Himmelreich ..
.. ist für den abgetretenen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff vorgesehen. Der katholische Evangelikale hat ein sehr christliches Leben geführt, wenn ihm gegeben wurde, dann hat er genommen, dass er dafür selber auch was gegeben hätte, bestreitet er. Zurücktreten musste er trotzdem. Dafür blüht ihm jetzt das Himmelreich auf Erden. Denn der HErr beschenkte sein vorbildliches Schaf mit einem Beschluss des deutschen Präsidialamtes, Wulff sei aus politischen Gründen zurückgetreten, darum stünde ihm bis zur Himmelfahrt ein Ehrensold von jährlich 200.000 Euro (das sind in echtem Geld ca. 400.000 DM bzw. 2,8 Millionen Schilling) plus Büro und Dienstwagen samt Personal zu. Der Entwickler dieser Frohbotschaft war ein gewisser Lothar Hagebölling, ein enger Vertrauter Wulffs.
Es könnte also doch noch sein, dass die politischen Parteien dem 52-jährigen Wulff diesen Ehernsold missgönnen und ihn wieder in die irdische Wirklichkeit zurückholen. Auch die CDU hat deswegen sicherlich Bauchweh, denn die nächste Bundestagswahl kommt bestimmt und so ein frommer Staatssegen für einen frommen Nehmer könnte unter den Wählern missverstanden werden.
Kommentar bfg: Angesichts dessen sollte man sich wirklich überlegen, ob man das viele Geld für die Bundespräsidenten nicht lieber einspart und das Amt abschafft.

Auch atheisten-info.at würdigt unseren Ex-Präsidenten: Er ist ein Christ ... der am 17.2.2012 abgetretene deutsche Bundespräsident. Christian Wulff hat er geheißen. Sein Christsein war nicht einfach, aber vielfältig. Als geschiedener und wiederverheirateter Katholik war er von den katholischen Sakramenten kirchenrechtlich ausgeschlossen, weil nur wer in katholischer Ehe lebt, darf sündenfrei geschlechtsverkehren (soweit dabei keine Verhüteli verwendet werden), wer in nichtkatholischer Zivilehe lebt, lebt dauerhaft in Sünde und darf den "Leib des Herrn" nicht verspeisen. Der deutsche Bundespräsident hat sich anlässlich der päpstlichen Deutschlandheimsuchung im September 2011 in seiner Begrüßungsrede diesbezüglich bitterlich beklagt, der Papst ignorierte das Gnadegefleh des Wulff...

Das Kuratorium Deutsche Reinheit verleiht Herrn Bundspräsident Christian Wulff 1 Stück Original Deutsche Kernseife

Saubere  Demokratie  
Kuratorium Saubere Demokratie  
Trivastr. 7, D-80637 München  16.01.12

Herrn Bundespräsident
Christian Wulff
Spreeweg 1
10557 Berlin

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

es fällt uns schwer, hilflos zusehen zu müssen, wie schwer es Ihnen gemacht wird, Ihre Unschuld bei der Entgegennahme günstiger Kredite und ihre große Wertschätzung der Pressefreiheit endgültig und nachhaltig zu beweisen und glaubhaft zu machen. Ihre unschuldige Mine und Ihr freundlicher aber bestimmter Tonfall überzeugen uns vollständig davon, dass an Ihnen kein Fehl und Tadel zu finden sein kann. Um ein für alle Mal lästige Journalisten und die aufgehetzte Öffentlichkeit von Ihrer Rechtschaffenheit überzeugen und Sie selbst in Ihrer liebenswert offenherzigen und absolut fehlerfreien Haltung bestärken zu können, senden wir Ihnen beiliegend ein Stück deutsche Seife zu.
Damit können Sie Ihre Hände gründlich in Unschuld waschen, Ihre Weste rein halten und nötigenfalls auch diejenigen einseifen und von irrigen Auffassungen befreien, die von abstrusen Schuldvermutungen befallen sind.
Wir wünschen Ihnen einen vorteilhaften Gebrauch der Seife und hoffen, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt erhobenen Hauptes aus dem Schloss Bellevue ausziehen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfram P. Kastner
(Künstler)
Christoph Dürr
(Druckerei Galerie Verlag)
das Schreiben als pdf
... und noch ein Aufruf zur Vernunft: wozu wird überhaupt ein  Bundespräsident gebraucht? Das ist eine 100-Mann-Behörde, die viel Geld kostet und Sonntagsreden dafür produziert. Die sonstigen Tätigkeiten des Bundespräsidenten kranken an der mangelnden demokratischen Legitimation, schließlich wird die Besetzung des Postens im Hinterzimmer ausgekungelt. Es muss dringend gespart werden, und den Verlust vom Präsi können wir leicht verschmerzen.