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"Gelobt sei Gott" - ein Film über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich

Zuletzt aktualisiert von presse am 6. April 2020 - 18:57

An Karfreitag wollte der Bund für Geistesfreiheit München eigentlich den Film "Gelobt sei Gott" von François Ozon im Münchner Werkstattkino zeigen. Wegen der Corona-Pandemie werden wir den Film zu einem späteren Zeitpunkt bringen. "Gelobt sei Gott" behandelt nach wahren Begebenheiten den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich.
 

Und noch immer ist das Gerichtsverfahren, das sich mit den im Film thematisierten Taten eines Priesters beschäftigt, nicht beendet. Dem ehemaligen Geistlichen wird vorgeworfen, ungefähr 70 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Am 16. März 2020 war er in Lyon zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt worden, drei Tage später hat er durch seinen Anwalt Berufung eingelegt.
 
Über den Film
(Hier gehts zum Trailer)
 
Alexandre lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Eines Tages erfährt er per Zufall, dass der Priester, von dem er in seiner Pfadfinderzeit missbraucht wurde, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt zu handeln und bekommt bald Unterstützung von zwei weiteren Opfern, François und Emmanuel. Gegenseitig geben sie sich Kraft und kämpfen gemeinsam dafür, das Schweigen, das über ihrem Martyrium liegt, zu brechen. Ihr Widerstand formiert sich und wird zu einer Lawine, die am Ende nicht mehr aufzuhalten ist…
 
Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchsskandal in Lyon hat François Ozon in einem fiktionalen Film verarbeitet. Atemlose Bilder, immer im Wettlauf mit den aktuellen Entwicklungen, verleihen GELOBT SEI GOTT eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Stilsicher und mitreißend erzählt und ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019, ist GELOBT SEI GOTT nicht nur eine erschütternde Bestandsaufnahme der Versäumnisse in der Katholischen Kirche, sondern auch ein Plädoyer für Mut und Zusammenhalt.
Auf der Berlinale 2019 erhielt der Film den "Silbernen Bären".
 
François Ozon - Regie
 
François Ozon zählt zu den bekanntesten Filmregisseuren Frankreichs. 2002 gelang ihm mit der Krimi-Komödie 8 Frauen der europaweite Durchbruch. Wie im Thriller Swimming Pool von 2003 stehen meist starke Frauenfiguren im Zentrum seiner Filme, seine Themen sind – in verschiedensten Variationen – Sex, Liebe oder Trauer. Ozon beherrscht die Komödie ebenso wie die Romanze und das Drama (5x2, Die Zeit die bleibt). Mit GELOBT SEI GOTT hat Ozon erstmals eine reale Geschichte verfilmt.