Sie sind hier

Kinderseite - Nachrichten über Indoktrination und Missbrauch

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 22. Februar 2013 - 1:00

Siehe dazu auch unseren Artikel über die Vatikanbank (11.3.).

Unser Link zum Ettal-Bericht der SZ (7.3.): Schläge, sexuelle Übergriffe und eisernes Schweigen: Eine Studie versucht zu erklären, wie es im Klosterinternat in Ettal zu all jenen Fällen von Missbrauch und Gewalt kommen konnte - und warum es so lange dauerte, bis die Quälereien ans Licht kamen.

Wo nun der Ex-Papst Ratzinger wieder zur Verfügung steht, kann er mit dem Verschweigen und Vertuschen weitermachen (eingestellt 1.3.).

Wer glauben wollte, dass die katolische Kirche es ernst meint mit der Aufdeckung der Skandale, sieht sich jetzt getäuscht. Die Süddeutsche Zeitung handelt das unerfreuliche Thema in mehreren Berichten ab (10.1.), und auch Stimmen aus dem Ausland melden sich dazu:

Jetzt ist abzusehen, wie die Argumentation verlaufen wird (12.7.). Die Diskussion um die Hexenverfolgungen zeigt, wie sich die Kriche herausreden möchte. Dazu der Link auf die (aktuilisierten) Vorwürfe bei malefiz.blogspot.com und die Argumentation des Kirchenvertreters vom Erzbistum Bamberg. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt: die Gehälter der Bischöfe werden vom Steuerzahler bezahlt, also aus allgemeinen Steuermitteln, nicht aus Kirchensteuermitteln.

Die Argument spricht von Geschäftemacherei und  einer missbräuchlichen Verzweckung des Leids der Opfer- was einen Protest aus der freigeistigen Szene hervorrief. Aus einem Brief von Ralph Kloos, Autor und Produzent:
Wir fühlen uns von folgender Passage angesprochen und können Ihren Wahnwitz beim besten Willen nicht unkommentiert auf uns sitzen lassen: "Vermutlich wissen Sie aber auch - Beweise liegen mir vor -, dass manche diesbezügliche Aktionen in Wahrheit von lnteressengruppen gesteuert sind, denen es darum geht, die Kirche (übrigens nicht nur die katholische) zu schädigen, bzw. von skrupellosen Geschäftemachern, die durch blutrünstige Präsentationen im Rahmen des Massentourismus Geld machen wollen. Auch das gilt es zu bedenken, denn einem wirklichen Gedenken wäre damit nicht gedient, sondern vielmehr einer missbräuchlichen Verzweckung des Leids der Opfer Vorschub geleistet."
Die angesprochene Interessensgruppe gibt es wirklich. Nach unserem Verständnis einer modernen aufgeklärten Gesellschaft besteht diese Gemeinschaft aus den Menschen, die sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken und was sie zu glauben haben. Die Zahl dieser Gruppe steigt tagtäglich. Der Wunsch nach ungeschminkter Vergangenheitsbewältigung existiert übrigens unabhängig von den Befindlichkeiten Ihrer oder anderer Religionsgemeinschaften. .... Das Sahnehäubchen Ihrer obstrusen Anschuldigungen stellt aber der von Ihnen verwendete Begriff der "Geschäftemacherei" dar. Darf ich Sie fragen, wer Ihren, nicht gerade als frugal zu bezeichnenden, Lebensunterhalt (und den des gesamten Bistums, inklusive Erzbischof) bezahlt? (dazu s.o.)
Ohne auf den Disput im einzelnen einzugehen, kann man festhalten, dass die Kirche nie um beschönigende Argumente verlegen ist. Den Fürsprechern der Opfer Geschäftemacherei und Missbrauch vorzuwerfen, ist allerdings ein starkes Stück. Man darf gespannt sein, wann der nächste kirchlich bestellte Sophist diese Methoden auf die Pädokriminalität anwendet.

Der konservative ORF bringt zu Kirche, Missbrauch (5.6.): Sexueller Missbrauch: Plattform klagt an - Beschuldigte Priester nach wie vor im Amt
Die Plattform „Betroffener kirchlicher Gewalt" hat neun römisch-katholischen Bischöfen eine Liste mit 40 Beschuldigten geschickt, denen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorgeworfen wird. Die Beschuldigten sind laut Plattform nach wie vor unbehelligt im Amt. Jetzt müsse es Konsequenzen geben, so die Plattform.
35 pädophile Priester unbehelligt im Amt - dasselbe Thema bei atheisten-info.at (5.6.): Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt: Betroffene fordern Bischöfe zum Handeln auf und übermitteln Liste von Beschuldigten

Um Ketzereien erweiterte Neuauflage der Kindheitsvergiftung (29.4.) - Für die Erstveröffentlichung hatte Ludger Lütkehaus noch ein Pseudonym gewählt. Nun ist die „Kindheitsvergiftung“, jenes satirisch-ketzerische Psychogramm einer gottgefälligen Familie, in einer um Aphorismen erweiterten Neuauflage erschienen...

Einige Aktivität ist jetzt aus Österreich zu vermelden (17.4.). Missbrauch: Kirchliche Aufarbeitung gescheitert
Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, Kirchliche Aufarbeitung gescheitert - Vertuschung ist nach wie vor üblich - Betroffene, Opposition und Kinderpsychologe ziehen erdrückende Bilanz - Info und pdf Betroffen / Chronologie von atheisten-info.at

... nun hat sich der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz selbst in die Pfanne gehauen. Ein Skandal sonder gleichen! Dazu ein Kommentar von Georg Korfmacher (pdf vom 28.3.)

Katholische Moral - Kindergartenkampf in Königswinter (SPIEGEL und hpd und Bonner Generalanzeiger 23.3.): In Königswinter (Bonn) hat die katholische Kirche eine Kindergartenleiterin wegen Ehebruchs gefeuert. Die Eltern rebellierten, die Stadt kündigte der Kirche als Träger. Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

Klage gegen Karikaturisten (atheisten-info.at 17.2.)... überraschenderweise in Frankreich und wegen einer Papstkarikatur, die 2010 während des Höhepunktes des katholischen Missbrauchsskandals erschien (man möge mit dem Kindsmissbrauch aufhören und wählen gehen):

Urteil (17.2.): Katholische Kirche darf als "Kinderficker-Sekte" verleumdet werden
Die katholische Kirche darf laut aktuellem Gerichtsbeschluss des  Amtsgerichts Berlin-Tiergarten als "Kinderficker-Sekte" beleidigt werden. Katholische Christen sind demnach Mitglieder einer Kinderficker-Sekte - und der Papst  wäre  Chef  einer  kriminellen  Vereinigung.  Der  Berliner  Polizeipräsident  bzw.  die  Staatsanwaltschaft  StA hatte Anklage gegen den Betreiber der Webseite "Schockwellenreiter", erhoben, weil er die kath. Kirche mit dieser Schmähkritik verleumdet hatte; dabei berief sich die StA auf . 166 StGB. Doch die Richterin verweigerte die Eröffnung eines Hauptverfahrens.

Stelliúngnahme eines Betroffenen in der SZ (28.1.): Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Es hört nicht auf, es wird nur anders Vor zwei Jahren gelangte der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche mit all seinen Details an die Öffentlichkeit - ein Betroffener schildert, wie schwer es ist, das Erlebte zu verarbeiten und warum die Reaktion der Kirche für ihn ein zweites Verbrechen ist.

Die Meldungen reißen nicht ab (17.12. in der SZ): Missbrauch in der niederländischen Kirche "Trostlose Wahrheiten"
In der katholischen Kirche, so scheint es, wurden überall auf der Welt Männer zu Priestern geweiht, die zwar fromm schienen, aber ungeeignet waren für das Amt. Eine Studie in den Niederlanden deckt nun erschreckende Zahlen auf. In Deutschland fragt man lieber nicht so genau nach.
Trösten kann man sich immer. Im Fall des Berichts der Untersuchungskommission über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in den Niederlanden zum Beispiel damit, dass die Angabe, es habe seit 1945 bis zu 20.000 Opfer gegeben, nur eine Schätzung ist. Man kann sich sagen, dass der Zeitraum von 65 Jahren sehr lang ist. Und dass die katholische Kirche nur eine von vielen Institutionen ist, in denen Kinder Übergriffe fürchten mussten und müssen. Ein solcher Selbsttrost aber bedeutet: Die Wahrheit ist trostlos.

Über den vorbildlichen Umgang mit dem Missbrauch äußern sich kompetente Meinungsträger (1.12.): Papst: Kirche bei Missbrauch vorbildlich
Kommentar: Irgendwie ist das in der katholischen Kirche schon zur Manie geworden. Die Sünden der Vergangenheit werden zu katholischen Triumphen der Gegenwart weiterentwickelt. Schade, dass es keine Weltmeisterschaften im Heucheln gibt, die r.k. Kirche wäre Dauersieger !

Das Vorgehen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch kann laut Papst Benedikt XVI. ein Vorbild für die gesamte Gesellschaft sein. Der begeisterte Kommentar von atheisten-info.at

Ist es schon ein Kuriosum, dass der Begriff "Missbrauch" spontan mit den Kinderschändungsskandalen vornehmlich christlicher Kleriker in Verbindung gebracht wird, setzt die Catholica jetzt noch einen oben drauf. Sie will sich als Helfer geschundener Menschen ins rechte Licht rücken. Der Dumme ist wieder einmal der Steuerzahler! So schreibt Georg Kormacher am 23.11. in seinem pdf.

TV: Es wird Licht Nr.3 - Schuld und Schweigen (28.10.) - Phänomen sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

Missbrauchsskandal ohne Ende: US-Bischof angeklagt (ZDF 17.10.): Vertuschungsvorwurf gegen Robert Finn. Seit vielen Jahren schon erschüttern immer neue Missbrauchsfälle auch die katholische Kirchen in den USA. Riesige Beträge flossen als Entschädigungen. Jetzt rückt ein Bischof als bislang ranghöchster Vertreter ins Visier der Justiz.

Schon seit längerer Zeit laufen in Österreich Bemühungen, auch die Justizopfer der klerikalfaschistischen Zeit (1933/34 bis 1938) zu rehabilitieren (atheisten-info.at, 6.10.).

Im Zusammenklang mit dem Papstbesuch im September gibt es eine neue Klage gegen den Papst: Am 16. September 2011 waren Vertreter von SNAP ("Survivors Network of those Abused by Priests" - Überlebenden-Netzwerk der Missbrauchsopfern von Priestern) und der Menschenrechtsorganisation "Center for Constitutional Rights" - CCR (Zentrum für verfassungsmäßige Grundrechte) in Wien, um die Öffentlichkeit über die Anliegen von über 10.000 Kindern zu informieren, die von katholischen Geistlichen missbraucht worden waren und deren Straftaten die katholische Kirche weltweit jahrzehntelang erfolgreich vertuscht hatte - Artikel bei atheisten-info.at als pdf.

Meldung des TAGESSPIEGEL vom 3.8.2011: Irland verliert die Geduld mit Rom - Beziehungen leiden unter Missbrauchsdebatte.

Die MIZ berichtet (31.7.) über die Verhältnisse in Übersee, wo es um ganz andere Entschädigungssummen geht: Der in den USA noch gigantischere Missbrauchsskandal hat nun ein weiteres Bistum an den Rand des finanziellen Ruins gebracht. Die Diözese Wilmington im US-Bundesstaat Delaware musste 77,4 Millionen Dollar für Entschädigungen von Menschen entrichten, die von Geistlichen missbraucht wurden. Um dies zu finanzieren, stellte sie u.a. ihre Diözesanzeitung „Der Dialog“ mit einer Auflage von 55.000 Exemplaren komplett ein. (apic, 15.4.11)
Insgesamt musste die katholische Kirche der USA bisher 2,6 Milliarden Dollar (=etwa 2 Milliarden Euro) als Entschädigung für die Übergriffe ihrer Kleriker bezahlen, während sie in Deutschland für etwa halb so viele Opfer gerade vier Prozent dieser Summe beisteuern will. (BR-Kirchenfunk, 19.6.11)

Und noch ein Nachtrag bei atheisten-info.at (22.7.): Regierung Irlands attackiert r.k. Kirche Irland gilt neben Polen und Malta als das katholischste Land Europas. Nach dem Auffliegen zahlreicher Missbrauchsfälle im Jahre 2009 gab es verschiedene Untersuchungen, Kommissionen und Berichte.

Die Nachträge auf dieser Seite reißen nicht ab. Am 18.7. erreicht uns ein Bericht aus Irland über Radio Vatikan: Irrtümer und Unterlassungen. "Der Apostolische Administrator des Bistums Cloyne hat erneut um Entschuldigung für „Irrtümer und Unterlassungen“ gebeten. Vor drei Tagen war ein Regierungsbericht über den Umgang mit Missbrauchsfällen im Bistum Cloyne bis 2009 veröffentlicht worden. Daraus ergab sich, dass der frühere Bischof John Magee - Ex-Privatsekretär mehrerer Päpste - einige verdächtige Täter aus seinem Klerus nicht der Polizei gemeldet hatte. Erzbischof Dermot Clifford hat dazu einen Hirtenbrief geschrieben, der am Samstag Abend und an diesem Sonntag von den Kanzeln verlesen wird. Darin stellt er noch einmal klar: „Sexueller Missbrauch von Kindern ist immer eine kriminelle Handlung und nicht nur eine Sünde.“ Allerdings habe die Kirche in den letzten Jahren schon viele Anstrengungen für einen besseren Kinderschutz unternommen."

Wie wenig Erfolg das bisher hatte, zeigt ein anderer Bericht vom selben Tag: Pfarrer wegen Verdachts auf Missbrauch verhaftet schreibt inFranken.de. "Ein katholischer Pfarrer aus dem niedersächsischen Salzgitter ist wegen des Verdachts auf sexuellen Kindesmissbrauch festgenommen worden. Gegen den Mann sei Haftbefehl erlassen worden, weil dringender Tatverdacht bestehe, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit."

 „Vatikan soll Akten über Sexualverbrechen offen legen!“ eine weitere Forderung von der Seite Freie Bürger für demokratische Werte. Hier ein Auszug vom Text: "Wahrend die allermeisten Opfer kirchlicher Sexualverbrechen noch immer auf eine angemessene Entschädigung warten, versucht die Kirche weiter Zeit zu gewinnen - indem sie z.B. ihre Personalakten ausführlich untersuchen lassen will. Doch einer der Betroffenen, der als Jugendlicher von einem Priester missbrauchte Norbert Denef, brachte es gegenüber dem ZDF auf den Punkt:
Die wirklichen Personalakten, die liegen in geheimen Archiven und die werden nicht geöffnet. Die liegen im Vatikan. Seit Jahren, seit Jahrzehnten war jedes Bistum dazu verpflichtet, das nach Rom weiter zu melden. Das heißt dort liegen die geheimen Archivlager. Die müssten aufgemacht werden - dann würde sich was ändern.”
Und an wen gingen diese dem „päpstlichen Geheimnis“ unterliegenden Geheimberichte? An den Kardinal und später an den Papst Joseph Ratzinger! Ehe der Schirmherr des vatikanischen Vertuschungssystems seine eigene Rolle nicht offengelegt und die einschlägigen Akten nicht der Öffentlichkeit übergeben hat, sollte er auch nicht im Bundestag reden dürfen!
Dazu ein weiterer Vertuschungsfall aus Irland in der Badischen Zeitung (15.7.): Neue Krise im irischen Cloyne, Kritik an Bischof und Vatikan - Und wer war im Vatikan all die Jahre über zuständig dafür? Joseph Ratzinger - der Mann, der jetzt im Bundestag reden soll."

Auf welche Stimmung die kirchlichen Aufklärungsmaßnahmen stoßen, formuliert Prof. Dr. Gernot Lucas am 14.7.:
da geht doch der hut hoch ! da wird im staat deutschland ein offizielles gremium eingesetzt, das den kindesmissbrauch in kirchl. einrichtungen "erforschen" soll.  das macht dann prof. christ pfeiffer, der sich hinlänglich als scharfer christ profiliert hat!! wer hat den wohl gefunden ? schavan ? erzbischof xyz.sj ? jedenfalls keine säkuläre staatliche instanz, die einigermassen objektiv funktioniert ! als einstieg in die lektüre empfohlen (ein Artikel aus domradio.de).
ergänzung aus "DOMRADIO" zu prof. christ pfeiffer :  er hat wohl schon das ergebnis der "wissenschaftlichen forschung" parat und im domradio präsentiert :  Zitat : "katholische netzwerke können laut kriminologen jugendgewalt verhindern."  meine frage:  rechnet zu den netzwerken auch z.b. JESUITEN, usw. ???  prof. pfeiffer hat auch schon , - wohl nach jahrelangem forschen im team- , ein ergebnis im domradio veröffentlicht : "mehr ministranten = weniger gewalt "  da weiß man wo die lösung zu finden ist in unserem staat !
Soweit der professorale Zorn. Ein ZDF-Video zum Thema Untersuchung der Missbrauchsfälle bei netzwerkB (etroffener)

Seit dem Skandal um sexuelle Übergriffe durch Priester und Ordensleute kämpft die katholische Kirche um die Wiederherstellung ihrer Glaubwürdigkeit, schreibt die Süddeutsche Zeitung am 9.7. unter Übergriffe durch katholische Priester Kirche lässt Missbrauchsskandal untersuchen. In derselben SZ stand auch der Artikel zur anstehenden Bischofskonferenz Katholische Kirche will Gläubige besser verstehen (leider nicht online). Wie wär's wenn die Kirche auch mal versuchen würde, die Nichtgläubigen zu verstehen?

Die Gegenseite nimmt Stellung, diesmal ein ganz abscheuliches Beispiel (atheisten-info, 14.6.): Ohnehin nur 0,1 Prozent katholisch-klerikaler Anteil am Kindesmissbrauch meinte der frühere Maoist und später zum katholischen Gott zurückkonvertierte Spiegel-Journalist Matthias Matussek in einem Interview mit dem Kölner "domradio". Matussek: "99,9 Prozent ereignen sich in protestantischen Glaubensgemeinschaften, in Rudervereinen und in erster Linie in den Familien; da ist der größte Skandal". Und: "Ich halte die Diskussion um Missbrauch für eine der größten Entgleisungen, Verzerrungen und Kirchenkampfkampagnen, die man sich nur vorstellen kann."

Panorama Kirchenfinanzierung berichtet am 10.6.: Kinderschänder-Sekten erhalten Steuergelder

Nun haben wir es schriftlich, wie der Vatikan die Rechte der Kinder schützt. "Welches Land hat wohl das niedrigste Schutzalter für Kinder in Europa? Obwohl es sich wie ein zynischer Witz anhört, ist es tatsächlich der Vatikan." Das Schutzalter für Sex liegt im Vatikan bei 12 Jahren! (Meldung vom 30.4. im Tagesanzeiger). Im Vatikan ist Sex mit Zwölfjährigen legal - ist es nicht „wunderbar“?

Die Süddeutsche Zeitung schreibt in mehreren Artikeln zum Abschlussbericht über Kindesmissbrauch und den daraus abgeleiteten Entschädigungsforderungen (25.5.).

Eine satirische Aktion mit ernstem Hintergrund: Der Künstler Sepp Rothwangl hat in seinem Wald ein "Kinderschutzgebiet" gegen Übergriffige Kleriker eingerichtet und wurde jetzt deshalb vom bzö wegen "Verhetzung" angezeigt (atheisten-info-at am 26.5.).

Der bfg zitiert auf Anregung nahestehender Kreise Gerhard Roth. Prof. für Verhaltenspsychologie an der Universität Bremen, Direktor des Instituts für Hirnforschung: "Unser Verhalten wird durch drei Faktoren bestimmt:

  • die Gene,
  • die prägenden Erfahrungen in früher Kindheit;
  • unsere spätere Erfahrung und Erziehung.

Was wir bisher am meisten unterschätzt haben, ist die frühkindliche Prägung. Traumatische Erfahrungen in dieser Lebensphase können das Gehirn eines Kindes nachhaltig verändern und sind später nur noch schwer zu reparieren."
(aus: "Auf den Spuren unseres Denkens").

Zur Strafanzeige gegen den Papst gibt es jetzt ein Buch: Der Fall des Papstes. Man kann in das Werk als pdf reinschauen. Wir verweisen darauf auch in unserer Kindsmissbrauchsseite.

Die Skandale hören nicht auf. Das ARD-Magazin "Report Mainz" berichtet am 11.04.2011: Angebunden, geschlagen und mit Medikamenten ruhiggestellt - Tausende Babys bis in die 70er Jahre in deutschen Heimen misshandelt. Das Echo aus Österreich dazu (mit Video): Christliche Ethik in der Praxis - In Deutschland ist ein weiterer Christenskandal publik geworden. In Heimen der katholischen Caritas und der protestantischen Diakonie wurden bis 1975 Babys und Kinder in der schlechten, alten, menschenfeindlichen, christlichen Tradition behandelt, irgendeine Art von Ethik war dabei nicht erkennbar.

Auch Spanien hat jetzt seinen katholischen Missbrauchsskandal. Die Financial Times berichtet am 7.4. von rund 1500 Fällen von Kindsverschleppung aus der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg: Spaniens verkaufte Kinder - da nahm das faschistische Franco-Regime ganz gezielt Oppositionellen die Kinder weg. Anfänglich sollten so ausschließlich "rote Eltern" an der Weitergabe ihres Gedankenguts an die nächste Generation gehindert werden, später dann bereicherten sich die katholischen Eliten des Landes auf Kosten derer, die in ihren Augen kein Recht auf Kinder hatten: ledige und damit sündige Mütter. Erfolgte der politische Kinderraub noch offen, wurde er später verheimlicht: Den Müttern wurde erzählt, ihre Kinder wären kurz nach der Geburt gestorben. Über kirchliche Heime wurden die Säuglinge dann an Paare vermittelt ...

Die SZ berichtet am 11.4. in der New-York-Times-Beilage "What Happened To 'Zero Tolerance' for Priests?" Eine Grand Jury in der Philadelphia-Erzdiözese stößt auf dieselbe Vertuschung wie bei uns. Auch dort ist die Nulltoleranz aufgeweicht und gefiltert durch Offizielle der Erzdiözese - da kommt dann Toleranz in die Nulltoleranz. Z.B. wurden 37 verdächtige Priester im Amt gelassen, die Protektion also geht weiter. Insgesamt wurden in 3 Jahren 700 entlassen, aber es gab nichts in Richtung Schuldbekenntnis und Zahlung von "hush money", wie das Schweigegeld interessanterweise heißt. Damit das "hush money", bei uns nicht Schweigegeld heißen darf, hat es sogar einen Prozess gegeben, und die Kirche hat ihn gewonnen. Die bedrückende Frage ist nun, wie viele Philadelphias gibt es?

Eine aktuelle Nachricht zur Missbrauchslage aus der Süddeutschen Zeitung vom 3.3.: Runder Tisch in Berlin - Bischöfe bieten Missbrauchsopfern 5000 Euro - "Die katholische Kirche legt beim runden Tisch zum Kindesmissbrauch ihr Angebot an die Opfer vor: Sie sollen bis zu 5000 Euro erhalten." Ganz klar, damit geben sich viele nicht zufrieden, zumal es eine Zweiklassengesellschaft bei der Entschädigung gibt. "Wer in der Odenwaldschule ... missbraucht wurde, könnte leer ausgehen."

Ein Betroffener gibt dem bfg Einblick - seine Dokumente zeigen die Abgründe, in die ein misshandelter Mensch stürzen kann. Unkommentiert, unredigiert und nicht nachrecherchiert. Nur die Namen der Ärzte wurden getilgt. Nachtrag 24.3.: ein Mitglied des runden Tisches droht dem Betroffenen schriftlich mit Kriminalpolizei - der Grund aus seiner Sicht:  man will ihn einschüchtern, damit er nicht, wie er in letzter Zeit mehrfach angekündigt hat,  Verfassungsklage wegen Ungleichbehandlung  einreicht (siehe letzte drei Links - alle vom bfg ungeprüft). Letzter Eigenkommentar: "Die Polizei war mittlerweile da und reagierte entsetzt und verärgert zugleich, was man hier einem schwerbehinderten Opfer noch alles antun will."

Kommentar eines Betroffenen des Missbrauchs am ALoisiuskolleg, der unter dem Namen ´J´accuse´(ich klage an) firmiert: "Ihr, die ihr in Deutschland lebt, lebt in Feindesland. Vergesst nicht, es gibt kein anderes sogenanntes ´westliches´Land mit einem so guten Täterschutz und so miserablen Opferbetreuung! Ihr lebt in einer harten zynischen Gesellschaft!"

Eine Menge Buntes zum Thema bei heimkinder-ueberlebende.org - Institutionelle Kindesmisshandlung – Institutioneller Kindesmissbrauch – Institutionelle Kinderzwangsarbeit – Deutsche Zeitgeschichte – Deutsche Kirchengeschichte – Hintergründe – Langzeit-Folgen für die Vielzahl der Opfer – Konsequenzen für die ganze Gesellschaft – Rechenschaftsablegung der Täter und aller Mitverantwortlichen – Schluss mit der Tabuisierung des Themas!!!

Endlich ist die Lösung gefunden (21.2.) - statt religiöser Kopfwäsche kommt jetzt die Fußwäsche dran. In einer Bußliturgie hat am gestrigen Sonntag in der Dubliner Pro-Kathedrale St. Mary’s (nach einem Bericht von Radio Vatikan) Erzbischof Diarmuid Martin mit Unterstützung des Apostolischen Visitators Missbrauchsopfern die Füße gewaschen. Kommentar bfg: Wunderbar, damit ist wohl alles geregelt (und die Entschädigung erledigt).

Die Neue Züricher Zeitung berichtet (9.2.): Wieder Übergriffe von Priestern in der Schweiz - Zwei neue Fälle in den Kantonen Genf und Waadt. "In der Westschweiz sind zwei weitere Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester bekannt geworden. Begangen wurden sie von zwei Priestern in den Kantonen Genf und Waadt ..."

Zur Abwechslung mal was Satirisches zum Thema Religionsunterricht (6.2.) bei students.ch: "Religion und Kultur, so heisst das neue Schulfach und es löst das bisherige, Dingsda ab." "... Diejenigen, die sich für den Voodookurs angemeldet haben, bringen bitte mit: drei Hühner, eine Katze und ein Scharfes Küchenmesser." Bei diesen Aspekten ist der Missbrauch sozusagen gleich eingeplant, und um Schrumpfköpfe geht es auch ...

Atheisten-info.at übt Kritik an der Seligsprechung von Papst Wojtyla (4.2.) mit dem Argument, daß er für Kinderschändungen Verantwortung trägt.

Der Link zum Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt.

Die schlechten Nachrichten hören nicht auf (17.1.): Der Vatikan soll sich laut einer neuen Dokumentation in den 90er Jahren direkt in Untersuchungen der Irischen Bischofskonferenz zu Kinderschändungsfällen eingeschaltet und Anzeigen gegen pädo-kriminelle Priester verhindert haben. Und das unter der Ägide des seligen Wojtyla, Kommentar atheisten-info.at: Auf vatikanische Anordnung redet der Papst jetzt von "Missverständnissen" - es waren keine Missverständnisse. Das originale Thema aus einer anderen Quelle: "Vatican officials told Irish not to report child abuse."
 
Anläßlich der Vatikanbank-Misere hat der Papst Transparenz angekündigt (30.12.), und überhaupt hätte "der Papst sich schon immer für Aufklärung eingesetzt". Kaum 3 Tage drauf sieht man, wie das gemeint ist. In der Predigt zum Evangelius-Evangelium diesen Sonntag (2.1.) geht es um diesen Spruch: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!" Weiter heißt es: "Im Evangelium dieses Sonntags mahnt Jesus die Pharisäer und auch uns , nicht vorschnell andere Menschen zu verurteilen. Prüfen wir uns, ob wir den moralischen Maßstäben, die wir an andere anlegen, auch selbst gerecht werden." Wer will, kann in den Worten des Papstes von diesem Sonntag eine Stellungnahme zur Missbrauchs-Debatte in Deutschland lesen - und vor allem kann man darin sehen, wie es wirklich um die Transparanz bestellt ist. Transparenz ist doch nicht, wenn man andere besudelt und zu sich runterzieht, sondern da muss man den eigenen Sudelkram beseitigen. Wenn das Gleichnis mit dem Steineschmeißen die Herangehensweise ist, sieht es schlecht aus für die Aufarbeitung des klerikalen Missbrauchs. Nach kirchlicher Doktrin sind schließlich alle Sünder, d.h. niemand darf sich beklagen.

Nachtrag 6.12.: Nach einer Untersuchung des PEW Research Centers sind "religiöse Menschen oft zutiefst unwissend in Fragen der Religion." Logo, je weniger einer weiß, desto blinder muss er glauben. Eine unfreiwillig passende Anzeige spricht von der Einbildungskraft, die man braucht, um an Gott zu glauben:

Sammlung zum Thema Kind und Religion (zuletzt vom 25.11.)
Aphorismen zum Kindesmissbrauch durch Indoktrinierung (nach Edgar Dahl: "wer zur Hölle will schon in den Himmel")

  • "Wenn die religiöse Unterweisung erst in einem Alter zugelassen wäre, in dem Kinder selbständig denken können, würden wir in einer völlig anderen Welt leben." (Christopher Hitchens, britischer Journalist)
  • "Dass das Christentum besondere moralische Vorzüge genießt, kann wohl nur behaupten, wer die zweitausendjährige Geschichte dieser Religion und ihrer Auswirkungen  lediglich aus dem offiziellen  Religionsunterricht kennt." (Norbert Hoerster, deutscher Philosoph) Anmerkung: gilt für den Islam genauso.
  • "Der Wurm der Sünde zum Beispiel: mit diesem Notstand hat erst die Kirche die Menschheit bereichert!" (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph)
  • "Wenn man Priestern gestattet, ihren Lebensunterhalt mit der Vergebung von Sünden zu verdienen, muss man sich nicht wundern, dass die Zahl der Sünden wächst." (Thomas Paine, britischer Politiker und Essayist)
  • "Meine Behauptung: eine Teekanne aus Porzellan kreist zwischen Erde und Mars. Würde ich dann aber behaupten, weil man meine Behauptung nicht wiederlegen könne, sei es eine unerträgliche Überheblichkeit  der menschlichen Vernunft, daran zu zweifeln, so würde man mit Recht sagen, dass ich Unsinn rede.  Würde die Existenz einer solchen Teekanne aber jeden Sonntag als heilige Wahrheit gelehrt und den Schulkindern eingetrichtert, so würde jedes Zögern, an ihre Existenz zu glauben, in einem aufgeklärten Zeitalter die Aufmerksamkeit von Psychiatern erregen, in früheren Zeiten dagegen die der Inquisitoren." (Bertrand Russel, britischer Mathematiker und Philosoph)
  • "Die Pfaffen sind nicht ohne Grund darauf bedacht, sich der Kinder zu bemächtigen. Wenn nämlich dem Menschen in früher Kindheit  gewisse Grundansichten und Lehren mit ungewohnter Feierlichkeit und mit der Miene des höchsten Ernstes wiederholt vorgetragen werden, da wird der Eindruck so tief ausfallen, dass der Mensch unfähig sein wird, an jenen Lehren zu zweifeln." (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph)
  • "Glaube alles, was erfahrene Menschen dir im ernsten Ton sagen, liebes Kind, plansch nicht in einem Teich voller Krokodile - ein guter Rat. Du sollst bei Vollmond eine Ziege opfern, sonst bleibt der Regen aus - das ist ein idiotischer Rat. Wer kennt weitere dieser zweiten Art?" (Richard Dawkins, britischer Evolutionsbiologe)

(Auswahl Prof. Dr. Gernot Lucas, Menton und Konstanz)
Wie der Staat die Kirche bei der Indorktrinierung unterstützt, steht bei Carsten Frerk
Ein hübsches Beispiel für Frerks Themen (94% Staatsgeld, 100% Kircheneinfluss) findet sich im badischen, da soll ein Kindergarten "unter Beibehaltung des göttlichen Einflusses" weiterbetrieben werden, wie die Badische Zeitung schreibt. Ein Zitat von einem Lokalpolitiker aus dem Artikel passt genau zum Thema Indoktrination: "Einer Übernahme der Trägerschaft durch die politische Gemeinde, unter Beibehaltung des göttlichen Einflusses, wie er ja auch im Kindergarten Schnäggehüsli vorbildlich gelebt wird, stehe ich persönlich sehr positiv gegenüber und sehe dies auch mittelfristig als unabwendbar." Anmerkung: da gibt's keine Hemmungen, das Staatsgeld für die Kirche zu verwenden.

Ältere Infos und Links bei Heimkinder-Ueberlebende.org