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Kreuz und Schleier - die religiösen Symbole

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 13. Februar 2012 - 1:00

atheisten-info.at  über das Tragen religiöser Symbole - ein pdf vom 4.3.

Das einschlägig bekannte atheisten-info.at hat Recherche betrieben (18.4.): Katholische Klagen & Exekutionen - eine Statistik von Kleinbeträgen, die von der katholischen Kirche in Österreich eingeklagt wurden. Ob die deutschen Kirchen kulanter sind, darf nach Lektüre des Folgenden bezweifelt werden.

Eine kritische Würdigung zum Thema bei atheisten-info.at und am 25.3. "Endlich: Kein Kreuz mehr mit dem Kreuz" Zur Überraschung vieler Säkularer haben zwei höchstrichterliche Entscheidungen in Europa den Kirchen ein grundsätzliches Problem beschert. Der Markenschutz für das christliche Kreuz als religiöses Symbol ist in Europa nun seit März 2011 endgültig abgelaufen und damit inhaltlich bedeutungslos geworden. Kommentar bfg: Dann sollte es auch nicht mehr aufgehängt werden. Schüler wollen nur Markenware.

Im Rechtsstreit der SPIEGEL-Redaktion mit der Diözese Regensburg hat das Landgericht Hamburg der (katholischen) Diözese am 11. März in fast allen Punkten recht gegeben. Demnach bleibt es dem Spiegel derzeit bei einer Strafandrohung von bis zu 250.000 Euro untersagt seine Einschätzung zu einer Schweigevereinbarung zwischen der Diözese und einem pädophilen Pfarrer mit der Familie eines Missbrauchsopfers zu wiederholen. Das ist aber noch nicht ausgestanden. Weiterer Bericht dazu auf unserer Schweigegeld-Seite.
Passend zum Grundtenor fiel das Straßburger Urteil aus: Gericht hebt Kruzifix-Verbot an Schulen auf (Berufungsverhandlung zur ital. Klage). Atheisten-Info.at dazu: wir haben in der Klage gegen Kreuze in Schulen verloren. Kommentar bfg: Ojeoje, was für ein Rückschritt, was für eine Niederlage!
Merkwürdig, wie die Gerichte die Abwärtsentwicklung der Kirchen zu konterkarieren versuchen. Wenn der letzte Mohikaner aus der Kirche ausgetreten ist, werden wohl überall Kreuze hängen, und keiner darf mehr eine kritische Stimme gegen die Kirchenobrigkeit erheben. Die 250.000 Euro pro Verfehlung halten dann als Ersatz für die entgangenen Kirchensteuern her, und die Kirchenleute können weitermachen wie gehabt.
In schönster Harmonie probiert die evangelische Kirche einen eigenen Umschwung, und der geht über das Kirchgeld: Konfessionslose zahlen aus Unwissenheit Kirchensteuer, schreibt nics bloghouse. Demzufolge müssen Einkommen konfessionsfreier Ehepartner für die Berechnung des Kirchgelds beim konfessionsgebundenen berücksichtigt werden (Quelle: EKD)
Ein Vorschlag von freigeistiger Seite, wie das zu perfektionieren wäre, leitet sich von den medialen Bemühungen unserer Politik ab. Die Fernsehgebühren dürfen durch eine summarische Zwangsabgabe für jedermann, ob TV-Konsument oder nicht, ersetzt werden, ohne dass die Verfassungsgerichte dagegen einschreiten. Da drängt es sich auf, dasselbe Verfahren auch für die Kirchen nutzbar zu machen. Also Kirchensteuer für alle, auch für die Atheisten. Schöne Grüße an die wundervollen Gerichtshöfe, die machen das bestimmt möglich!