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Kriegspropaganda in Stein: musikalisch-literarische Matinee am Kriegerdenkmal in Giesing

Zuletzt aktualisiert von presse am 11. November 2021 - 12:31
Kriegerdenkmal bei der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing

Am Volkstrauertag, Sonntag, 14. November 2021, veranstaltet die Initiative GiesingDenk(t)mal eine musikalisch-literarische Matinee sowie eine Kunstaktion am Kriegsmonument vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Obergiesing.
 
Die Initiative hat sich vorgenommen, das städtische Kriegerdenkmal vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing, das mit militaristisch-nationalistischen Phrasen von 1929 an die Opfer des 1. Weltkriegs erinnern soll, in ein Friedensdenkmal umzuwidmen. Auf dem Kriegsmonument ist zu lesen: „Zu stetem Gedächtnis und in Dankbarkeit den toten Helden von Ober- und Untergiesing“ oder „Für dein Vaterland ließen sie ihr Leben, sie starben für dich“ (siehe Bild).

Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr am Kriegsmonument vor der Hl.-Kreuz-Kirche, Ichostraße 1, 81541 München-Giesing.

Musik: Michaela Dietl, Akkordeon
Begrüßung und kurze Vorstellung der Initiative: Herbert Dandl, Wolfgang Stöger
Lesung: Roland Astor und Claus Obalski
Kunstaktion: HP Berndl, Wolfram Kastner, Hans Proft
 
Ihre Ziele beschreibt die Initiative GiesingDenk(t)mal so:
 
"Wir, die Initiative Giesing(t)Mal, wollen mit unserer zunächst temporär angelegten Kunstaktion eine öffentliche kritische Auseinandersetzung mit dem Giesinger Kriegsmonument in Gang setzen. An deren Ende soll ein Kunstwerk entstehen, das ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgreift und dazu Stellung bezieht.
 
Wir wollen vielmehr dieses Giesinger Monument in seine Entstehungszeit stellen, damit sicht- und erkennbar wird, welcher Gedankenwelt die Aussagen des Monuments angehören und welche Wirkungen sie in der Folge entfaltet haben.
 
Wir wollen die Toten nicht als heldenmütige Vaterlandsverteidiger glorifiziert sehen, sondern als Menschen, die aus niederen Beweggründen in einem verbrecherischen Angriffskrieg geopfert wurden und um die getrauert werden sollte.
 
Wir wollen uns distanzieren von dieser Art zu denken und zu handeln und unseren, wenn auch kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich solch mörderische Ereignisse mit Millionen von Toten und unsagbarem Leid nicht wiederholen.
 
Wir wollen begründen, warum wir es heute nicht mehr tolerieren können, dass dieses Narrativ noch immer unwidersprochen seine Wirkungen entfalten darf und sogar alljährlich mit einem Kranz der Landeshauptstadt München geadelt wird.
 
Wir wollen darlegen, warum wir es in heutigen Zeiten für nötig halten, dieses Stein gewordene Zeugnis eines kriegerischen Verbrechens in ein Friedensmahnmal umzuwidmen.
 
Wir wollen damit nicht zuletzt einen Anstoß geben, aus der Geschichte unserer Eltern und Groß-eltern, aus der Geschichte Deutschlands Lehren zu ziehen für unser heutiges und künftiges Leben."