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Papst und Hitler gingen durch Berlin

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 9. Februar 2012 - 1:00

Brief vom Betroffenen Wolfram Kastner an seinen Anwalt (13.2. als Reaktion auf das Amtsgericht Tiergarten):
vom Amtsgericht  Tiergarten erhielt ich beiliegenden „Beschluss“,
demzufolge der Abbruch der Kunstaktion „Papst und Hitler“ (gegen den Fortbestand des Reichskonkordats)
durch die Polizei vor dem Reichstag nicht rechtswidrig gewesen sei,
Dazu folgende Anmerkungen:
die Feststellung der Personalien hätte problemlos vor dem Bundestag stattfinden können.
Der Abbruch der Kunstaktion und die Abführung in den Polizeicontainer war nicht erforderlich.
Die Menschenansammlung bestand aus drei Fotografen und zwei Kameraleuten sowie drei weiteren Personen.
Es ging also den  sechs Polizeibeamten nicht darum, lediglich die die Personalien festzustellen
sondern um den Abbruch und die Verhinderung der Kunstaktion.
Vor der Entlassung aus dem Polizeicontainer wurde mir mitgeteilt,
dass wir die Kunstaktion nicht fortsetzen dürften.
Der „Anfangsverdacht einer Straftat“ bestand nicht,
da wir den Polizisten mehrfach mitteilten, dass es sich um eine Kunstaktion handelte und
in diesem Rahmen selbst die Andeutung eines „Hitlergrußes“ nach StG § 86f  statthaft ist.
Im Polizeicontainer wurden uns allerlei unsinnige Behauptungen von den Polizeibeamten
entgegengehalten,
z.B. „wenn das israelische Touristen sähen, wären sie entsetzt“,
„eine Unverschämtheit, Papst und Hitler zu vergleichen“
„Sie werden sich auf die Freiheit der Kunst hinausreden wollen.
Das geht aber nicht, weil das sonst auch Nazis machen könnten, und das wollen Sie sicher nicht.“
Eine „Berücksichtigung der Gesamtumstände“ erfolgte entgegen der Behauptung der Richterin Kunert keineswegs.
Dazu hätten sowohl das Grundgesetz als auch  StG § 86f  gehört, auf dessen unzureichende Kenntnis die Annahme einer „Straftat“ beruft.
Die willkürliche und  erkennbar unzutreffende Behauptung einer „Straftat“ kann doch nicht
die beabsichtigte und faktische Außerkraftsetzung der grundgesetzlich garantierten Kunstfreiheit rechtfertigen.
Es geht mir um das hohe Gut der Freiheit der Kunst, die nicht von jedem Polizeibeamten
wider besseren Wissens nach Lust und Laune beschnitten werden darf.
Gegen den TiergartenBeschluss weitere rechtliche Schritte zu gehen, erscheint mir höchst notwendig.
Welche sind möglich?

Realsatire: "TATHANDLUNG" - KomikerPolizeioberrat beim Deutschen Bundestag (17.12.) Eco bei getidan (20.12.):
1. wurde eine Kunstaktion (Papst+Hitler) vor dem Deutschen Bundestag rechtswidrig abgebrochen (s.Anlage)
2. baten die Künstler den Bundestagspräsidenten um Unterstützung für die Freiheit der Kunst (s.Anlage)
3. antwortet stattdessen ein OberPolizeiRatMichel im Auftrag des Präsidenten mit einem wunderbar viel sagenden Brief (s. Anlage): „… kann ich Ihnen mitteilen, dass eine Tatbestandswürdigung der Polizeibeamten anhand der objektiv festzustellenden Tathandlungen erfolgt ist.“
4. nachdem zuvor ein Staatsanwalt das offensichtlich unsinnige Ermittlungsverfahren eingestellt hat, weil es keine Tat gibt (s. Anlage)
5. dankt der Künstler dem Bundespräsidenten für das staatliche Blödelschreiben und bittet darum, auf eine Feststellungsklage verzichten zu dürfen. (s. Anlage)

M E D I E N   I N F O R M A T I O N (7.12.): Bundestagspolizei handelt rechtswidrig
Eine Kunstaktion von Wolfram P. Kastner und Linus Heilig am 21. September 2011 vor dem Bundestag wurde offenbar rechtswidrig von der Bundestagspolizei abgebrochen. Die beiden Künstler gingen kostümiert als Papst und Hitler Arm in Arm durch Berlin bis zum Bundestag. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass seit 1933 der Vertrag (Konkordat) gültig ist, den Hitler mit dem Vatikan schloss, und sie wollten damit in Frage stellen, ob der Repräsentant eines Staates, der nicht einmal die UN-Menschenrechtskonvention unterzeichnet hat, im Bundesparlament sprechen solle.
Vor dem Bundestag schritt die Polizei ein, brach die Kunstaktion ab und führte die beiden Künstler ab. Die Beamten erfanden einen Verstoß gegen das Abzeichengesetz (StGB § 86), obwohl sie genau wussten, dass für Kunst und Wissenschaft eine Ausnahmeregelung gilt. Dies scherte die Staatschützer und Bundespolizisten in Zivil und in Uniform ebenso wenig wie die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst. Im Polizeigewahrsam forderte Kastner die Einsatzleiter auf, sie sollten lieber Nazis fangen als die Grundrechte vor dem Bundestag außer Kraft zu setzen. Der Staatsanwalt musste sich daraufhin mit dem polizeilichen Unfug befassen und stellte nun das Verfahren ein. Er erkannte, dass „kein genügender Anlass zur Erhebung einer öffentlichen Klage gegebenen war“ (gemäß § 170 Abs. 2 StPO).
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Vorgänge vor dem Reichstag, auch wenn der "Hitlergruß" angedeutet worden sein sollte, "offenkundig als straflose Satire/Kunst zu bewerten" war.
Die Künstler haben mehrfach vergeblich darum gebeten, die Polizeibeamten besser auszubilden und zur Unterscheidung zwischen Kunstfreiheit und Nazi-Propaganda zu befähigen. Sie wollen nun eine Feststellungsklage einreichen, damit die Polizeimaßnahmen als rechtswidrig verurteilt werden. „Die Polizei soll uns vor Morddrohungen und Anschlägen der Nazis schützen und nicht selbst verfassungs- und rechtswidrige Taten begehen. Es ist beunruhigend, dass wir da unfreiwillig Nachhilfeunterricht leisten.“ (Kastner)
verfassungsschutz, polizei und staatsanwaltschaft schützen nazis und kirchen vor der verfassung - nicht die demokratische verfassung. wenn wolfram kastner eine kunstaktion gegen nazerei und rechtsextremismus macht,
sind behörden, polizei und verfassungsschutz sofort da, um das zu verhindern oder zu kriminalisieren.
wenn einer wie er mordrohungen oder andere gewalttaten von nazis bekommt oder rechtsextremisten anzeigt, können die beamten nichts ermitteln, haben „keinen anfangsverdacht“ oder finden „kein unrechtsbewusstsein“. auf dem rechten auge blind?
offenbar sitzen nazis im verfassungsschutz und bei der polizei. damit muss endlich schluss sein.

Papst und Hitler Seit’ an Seit’

(zum Papstbesuch 2011 in Deutschland - dazu ein Film von Carsten Frerk)

 

Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen? Wolfram Kastner schreibt an den Berliner Polizeipräsidenten (25.10.) gegen die Vorladung als Beschuldigter
Am 21. September 2011 realisierte ich zusammen mit meinem Kollegen Linus Heilig eine Kunstaktion in Berlin, bei der wir als Papst und Hitler Arm in Arm Unter den Linden bis zum Reichstag spazierten. Wir bezogen uns damit kritisch auf das sog. Reichskonkordat, das 1933 zwischen dem Nazi-Staat und dem Vatikan geschlossen wurde und als einziger Staatsvertrag der Nazis bis heute in Deutschland gilt. Die künstlerische Regie bei der Aktion habe ich geführt und für die gesamte Aktion die Verantwortung übernommen. Mit meinem Schreiben vom 9.10. bat ich Sie, dafür zu sorgen, dass Ihre Beamten das Grundrecht der Kunstfreiheit und das StGB § 86-86a kennen und respektieren, wonach das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Wissenschaft und der Kunst straffrei sind. Statt einer Antwort erhielt nun mein mitwirkender Kollege eine „Vorladung als Beschuldigter“ von einem „Bearbeiter Batram“ des „Polizeilichen Staatsschutz“.
Handelt es sich dabei um groben Unfug oder ist es Ihnen nicht möglich gewesen, Ihre Beamten aufzuklären? Ich bitte Sie dringend, Ihre Beamten zu einer sinnvollen Tätigkeit anzuhalten und uns nicht weiterhin mit solchem polizeilichen Quatsch auf Steuerkosten zu belästigen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfram P. Kastner

 

Kriminalpolizei ermittelt, weil sie nicht lesen kann? Wolfram Kastner schreibt an den Berliner Polizeipräsidenten:

am 21 . September 2011 realisierte ich zusammen mit meinem Kollegen Linus Heilig eine Kunstaktion in Berlin, bei der wir als Papst und Hitler Arm in Arm Unter den Linden bis zum Reichstag spazierten. Wir bezogen uns damit kurz vor der Papstrede am ehemaligen Reichsportfeld kritisch auf das sog. Reichskonkordat, das 1933 zwischen dem Nazi-Staat und dem Vatikan geschlossen wurde und als einziger Staatsvertrag der Nazis bis heute in Deutschland gilt. Hunderte von Passanten verstanden das auf Anhieb als Forderung nach der längst überfälligen Trennung von Kirche und Staat, schmunzelten, lachten und gaben ihre Zustimmung zu erkennen.

 

 

Vor dem BundesReichstag wurden wir von Polizeibeamten ohne Begründung, also widerrechtlich, abgeführt. Nach unbegründeter Personalienaufnahme erläuterte ich den offenbar völlig ahnungslosen Polizisten, dass der Artikel 86 des Strafgesetzbuchs eine Ausnahmeregelung enthält, wenn eine Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, Kunst oder Wissenschaft dient.
Ein Beamter mit der Dienstnummer 24023468 wollte prüfen lassen, ob eine strafbare Handlung vorliege. Auf dem Weg zurück wurden wir am Pariser Platz von zwei Beamten mit einem „Platzverweis“ bedacht - ohne Begründung.
Gestern wurde ich von der Kriminalpolizei München in Kenntnis davon gesetzt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen uns läuft wegen des Zeigens „verbotener Abzeichen“. Das kann doch nicht wahr sein. Können oder wollen Ihre Beamten nicht lesen?
Sind sie wirklich so erbärmlich schlecht ausgebildet und unfähig zu erkennen, dass kein Gesetzesverstoß vorliegt? Nicht nur in der Ordnungszelle Bayern sondern auch in der Bundeshauptstadt Berlin? Als Steuern zahlender Bürger, der die Polizei als Dienstleistungspersonal mitfinanziert, bin ich empört, dass immer wieder solche völlig unsinnigen Polizeimaßnahmen stattfinden, Staatsanwälte und Gerichte mit solch grobem Polizei-Unfug belastet werden.
Oder sollte eine polizeiliche Absicht dahinter stehen, nämlich Freiheiten einzuschränken und Bürger einzuschüchtern, damit sie ihre Grundrechte nicht mehr wahrnehmen? Das mag ich nicht danken. Ich bitte Sie dringlich, Ihre Beamten besser aufzuklären über Sinn und Zweck des § 86 (Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen). Gerne biete ich an, dabei behilflich zu sein und den Beamten den Unterschied zwischen Kunst und „Bestrebungen einer national-sozialistischen Organisation“ zu erklären. Einen Abdruck des § 86 StGB lege ich bei.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfram P. Kastner

 

Anlässlich des Papstbesuchs in Berlin schritten Papst und Hitler Seit’ an Seit und Arm in Arm (dargestellt von den Künstlern Wolfram P. Kastner und Linus Heilig) vom Erzbischöflichen Ordinariat über den Bebel-Platz, Unter den Linden und durchs Brandenburger Tor zum Bundesreichstag.

 

Der Papst und Hitler symoblisieren das bis heute gülige "Konkordat"von 1933, also die Eintracht (concordia) zwischen den beiden autoritären Oberhäuptern.

Der Führer aller Katholiken segnete würdevoll und einseitig grinsend Denkende aber auch Gläubige, BerlinerInnen und Touristen, während der Führer aller Deutschen nur ab und an einen Arm von sich streckte und knurrte „Die Vorsehung hat uns zusammengeführt“. Gemeinsam gedachten beide des seit 1933 (also seit 78 Jahren) ohne Unterbrechung gültigen Staatsvertrags zwischen den zwei autoritären (und massenmörderischen) Regimen Vatikan und Nazi-Deutschland.  

Nahezu ausnahmslos lachten, lächelten oder schmunzelten die gesegneten Passanten den beiden zu - nur die jungen Wachhunde vor dem Hotel Adlon und einige Uniformierte wandten sich mit starren Minen ab. Ein Fahrgast der Berliner Verkehrsgesellschaft wagte es, hinter sicheren Scheiben seinen Stinkefinger zu zeigen. Auch er wurde vom Papst gesegnet.

Tausende von Besuchern und Bewohnern Berlins fotografierten und filmten die beiden Würden- und Irrsinnträger, denn nirgendwo gab es sonst Gelegenheit, dem BildZeitungsPapst so nahe zu kommen und ihn oder sich selbst mit ihm und seinem Führer am Arm abzulichten. Die Bildzeitung hatte auf einem 20 Meter hohen Plakat Herrn Ratzinger zu ihrem Papst aufgezogen, der dann auch von mehreren Tausend gepanzerten und mit Helm und Visier vor dem Denken bewahrten PolizistInnen abgeschirmt wurde und furchtbar ernsthaften Unsinn verkündigte.

Derweil zog ein Papst zum Anfassen mit seinem A.H. Begleiter durch Berlin und sorgte für Heiterkeit und tausendfache Zustimmungen, die dem Bildzeitungspapst kaum widerfahren: „Geil“, „Super“, „hey geil!“ „das ist das Beste“, „wow!“ oder „Mann is das geil“ und „das trifft’s“.

Lächelnd spendete der Führer aller Katholiken seinen Segen ohn’ Unterschied allen, die da forderten seinen sofortigen Heimgang, die Trennung von Kirche und Staat, die Entschädigung von Missbrauchten oder die strafrechtliche Verfolgung von katholischen Verbrechen.

Nur ein paar verwirrte Polizeibeamte störten die Harmonie und zwangen die beiden (ver)Führer in die Sicherheitscontainer vor dem Reichstag, nahmen ihr Personalien auf und drohten ihnen mit einer Verhaftung wegen des Zeigens von verbotenen Symbolen.

Einer der geistig Armen sprach von einer Unverschämtheit und ein anderer suchte die unsinnige Polizeiaktion damit zu rechtfertigen, dass er irgend welche nicht anwesenden Israeli erdachte, die sich als ebenso einfältig erweisen könnten wie er und nicht zu unterscheiden vermöchten zwischen einer Verherrlichung des ideologischen Irrsinn und der Kritik daran. Als der Papst einen Mit-Uniformen väterlich segnete, murmelte der widerspenstig, er wolle sein Sohn nicht sein. Offenbar ein Irrgläubiger.

Vor dem Brandenburger Tor kamen zwei uniformierte Einfältige herbeigeeilt und erteilten einen Platzverweis ohne Begründung. Am Potsdamer Platz ereignete sich ein weiterer peinlicher Zwischenfall: Papst und Hitler wurden von  fünf schildkrötenartig ausstaffierten Männern mit starren Gesichtern umringt, die von höherer Stelle Rat anforderten, ob die beiden Führer ohne Anfechtung weiter gehen dürften.

Der Papst segnete auch sie und erbat für sie eine bessere Ausbildung und die Einsicht, dass sie berufen seien, die Grundrechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen anstatt sie einzuschränken und trug ihnen auf, sie sollten besser Nazis jagen als törichte Taten zu begehen.  In seiner Güte wird der Führer aller Katholiken wohl darauf verzichten, eine Feststellungsklage einzureichen, damit diese Polizeiaktionen als rechtswidrig verurteilt werden.

Unter dem Beifall von vielen Tausend Denkenden setzten beide Führer ihren Weg fort, anregend, irritierend und unterhaltsam.

(Carl Blauhorn)

Es gibt ein paar Berichte, Filme und Kommentare dazu
http://de.paperblog.com/papst-und-hitler-arm-in-arm-durch-berlin-218242/
http://www.handelsblatt.com/video/video-news/panorama/provokant-falscher-papst-und-hitler/4633120.html
http://www.turus.net/fotostrecke/gesellschaft/demo-gegen-den-papst-besuch/bitterboese-anspielung-der-papst-fuehrt-adolf-hitler-durch-berlin-6754.html#joomimg
http://nicsbloghaus.org/2011/09/23/papst-und-hitler-arm-in-arm-in-berlin/
http://www.focus.de/panorama/videos/protestaktion-falscher-papst-wandelt-mit-hitler-auf-den-strassen-berlins_vid_27137.html
www.youtube.com/watch?v=TywJGO2nh8g&feature=related
http://www.bild.de/politik/inland/papst-benedikt/festnahmen-vor-dem-papstbesuch-20076548.bild.html
http://news.de.msn.com/politik/papst-gegner-protestieren-gegen-sexualpolitik?page=2