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Von app bis Zölibat - die Angst der Kirche vor der Sexualität

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 20. März 2011 - 1:00

Symptomatisch für die Gehässigkeit, mit der manche Christen ihre "Nächstenliebe" äußern, ist ein Artikel in kreuz.net über die Zunahme von Rachenkrebs. Es liegt am Geschlechtsverkehr: "Das Schöne an der sexuellen Unzucht ist, daß sie nicht ungestraft bleibt, sondern die Natur sich dafür grausam rächt. Der Grund dafür sind nicht Rauchen oder Alkohol-Konsum – sondern die Masturbation der Geschlechtsorgane eines anderen Menschen mit dem Mund." Kommentar bfg über diese Sinneshaltung: Alles, was Spaß macht, gehört bestraft, und am besten glaubt man noch an den Weltuntergang, weil ja eigentlich alle sündig sind und gerichtet werden müssen ...

Hier äußert sich die Religionskritik mit einem Rundumschlag von den alten Griechen bis zum neuen Buddhismus. Dabei wird ein etwas merkwürdiges Verständnis des Dualismus gezeigt, der von der Wissenschaft doch längst abgehakt ist und nun den Buddhismus beflügeln soll. Weil die Anklage den Bogen von den Hexenprozessen bis zur Kinderschändung und den sonstigen sexuellen Verklemmungen spannt, findet das interessante pdf sich in dieser Rubrik.

Heute.de berichtet über eine app, mit der man beichten kann. Dieser Fortschritt ist ein Rückschritt, denn "unbestritten ist die unerträgliche erzreaktionäre Ausrichtung des mitgelieferten Sündenkatalogs. Schuld durch Homosexualität, Schuld durch Tragen unzüchtiger Kleidung, Schuld durch Masturbation, Schuld durch vorehelichen Sex, Schuld durch das Nutzen von Kondomen, Schuld durch Abtreibung... das zeugt von einer höchst erzkonservativen Moralvorstellung."

Am 9.2. berichtet die SZ unter "Angst der Kirche vor der Sexualität" über die Zölibat-Debatte. Was dabei verstört, sind die mittelalterlichen Gedanken um kultische Reinheit und Unbeflecktheit. Dass sowas heute noch gedacht wird, ist beschämend. Da lobt man sich die alten Zeiten, wie atheisten-info.at, es persiflierend tut, "Christen gegen Religionsfreiheit!" In den alten Zeiten war alles viel katholischer.

Also wirklich, da kann man nur den Kopf schütteln ...