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Wolfram Kastner entschuldigt sich bei der Gemeinde Dietramszell für das Abschrauben der Hindenburg-Büste

Zuletzt aktualisiert von presse am 12. Dezember 2019 - 10:02
Foto: Wolfram Kastner

Dietramszell ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 5300 Einwohnern. An einer Mauer des Klosters der Salesianer in Dietramszell war seit 1939 der Bronzekopf des Generalfeldmarschalls des Kaiserreichs Paul Ludwig von Hindenburg angebracht. Hindenburg war nicht nur ein Offizier, der Millionen Menchen im ersten Weltkrieg in den Tod schickte, 1925 wurde er Reichspräsident der Weimarer Republik und berief am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. 2014 schraubte der Aktionskünstler Wolfram Kastner die Büste ab.
 
Im Jahr 2014 nahm der Aktionskünstler Wolfram Kastner mit der Gemeinde Dietramszell Kontakt auf und hat die Gemeinde darauf hingewiesen, dass es nicht sein kann, dass einer der Steigbügelhalter Hitlers heutzutage noch mit einer Bronzebüste geehrt wird. Als die Gemeinde der Bitte Kastners nicht entsprechen wollte, die Büste abzunehmen bzw. angemessen damit umzugehen, schraubte der Aktionskünstler mit zwei Kollegen den Kopf von der Klostermauer ab. Auf einer Faschingveranstaltung zeigten daraufhin einige Dietramszeller, dass sie weder über Geschichtsbewusstsein noch Verantwortungsgefühl verfügen. Aufgebaut war dort eine Strohpuppe an einem Galgen mit der Aufschrift „Aktionskünstler - obacht gem!!!“, was man durchaus als handfeste Drohung verstehen kann.

Bis heute ist nicht klar, wie es mit der Büste, die nicht wieder angebracht wurde, weiter geht. Die Gemeinde Dietramszell möchte aber einen Themen-Geschichtspfad einrichten, der auch über Hindenburg informieren soll, und hatte dafür zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 30. November 2019 eingeladen. Wolfram Kastner war dabei und hat daraufhin folgendes Schreiben verfasst: