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Alltag

Zuletzt aktualisiert von K.K.-Blog am 21. Juni 2020 - 10:41

Der Dichter gibt es zu, ganz unumwunden,
dass mit dem Alltag er sehr eng verbunden,
weil er ja nicht nur sams- sonntags reimt,
was in der Woche in ihm keimt.

Der Alltag hat uns alle
fest im Griff, ist quasi eine Falle,
der du nicht entkommen kannst,
auch wenn du aus der Reihe tanzt.

Du glaubst, als Individualist bist du geboren?
Komm nur her, ich sag's dir leise in die Ohren:
du irrst, mein Freund, und glaub' es mir:
der Mensch ist letztlich nur ein Herdentier!

Er wird indoktriniert und präpariert,
so dass er pariert und funktioniert,
von Mo. bis Fr., Samstag oft noch eingeschlossen,
dient er der Lobby und den Bossen!

Und am Sonntag - meint er - sei er frei,
von dieser Alltags-Funktioniererei.
Doch muß er nun das Geld ausgeben,
das man ihm als Lohn gegeben.

Auch hat die Kirche noch ein Wörtchen mitzureden:
sie hält die Hand auf und erteilt ihren Segen.
Predigt mit bigotten Worten, heuchlerisch und salbungsvoll,
wie der Mensch ab Montag wieder funktionieren soll.

So kommt die Masse Mensch ganz logisch zu dem Schluß:
wie schön ist Alltag, weil man nicht selber denken muß!
Jedoch der Dichter dichtet heiter
sonn- und alltags fröhlich weiter.

Er möchte in der Heimat und in anderen Ländern
die Welt mit seinen Zeilen und Versen verändern.
Doch der Mensch heißt nicht Goethe und wird nicht gelesen,
und die Welt will - wie sie ist -  so bleiben, sie will nicht genesen!