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Ein Essay (Versuch einer Betrachtung)

Zuletzt aktualisiert von K.K.-Blog am 21. Juni 2020 - 10:46

Thema: Was ist anders im Leben mit oder ohne religiösen Glauben? (und - wenn ja: woran?)
Es ist nicht möglich, ein einzelnes Ding oder einen Begriff mit sich selbst zu vergleichen, zu einem Vergleich gehören immer mindestens zwei (miteinander vergleichbare!) Objekte.
So ist es gerade in der Werbung ein seit langem gepflegter Brauch, mit der Aussage (z.B.) "Meiers Haferflocken sind besser!" zu punkten, (oder bekannter): "mit dem ZDF sieht man besser!" "Ja"; kommt von mir die Antwort, "besser als was?", denn ohne diesen Vergleich mit einem anderen Sender ist diese Behauptung ein barer Unfug! (es lebe die deutsche Sprache!) Leider bekomme ich vom TV-Gerät keine Antwort und muß mir diesen Unfug auch am nächsten Abend gefallen lassen. Aber es sind - der Verdeutlichung wegen - nur 2 Beispiele von tausenden, mit denen wir täglich beeinflußt werden sollen, und mit denen die deutsche Sprache verballhornt wird!
Und so gibt es auch Objekte, die man nicht miteinander vergleichen kann (oder sollte), so z.B. ist auch die Frage"sind Hunde intelligenter als Katzen?" ein Unfug, den ein Wissenschaftler nicht zulassen würde, denn Hunde besitzen durch die Evolution genau die Intelligenz, die sie zum Überleben in der freien Natur oder im Zusammenleben mit dem Menschen benötigen. den Katzen geht es genauso.
Sicherlich gibt es Unterschiede in der Schnelligkeit des Erlernens, was aber u.a. auch durch die Situation und Umgebung in der Kindheit und Jugend beeinflußt wird.
Auf den Menschen übertragen bedeutet das, dass ein Kind, das in eine Familie mit guter Allgemeinbildung, sorgloser und friedfertiger Atmosphäre hineinwächst, sich ganz anders entwickeln wird als eines aus dem Slum, das mit asozialer Umgebung und in Armut aufwächst. Diverse Ausnahmen sind allerdings auch hieraus hervorgegangen!
Dem widerspricht zumindest im Teil, dass nicht nur Albert Einstein ein ausgesprochen schlechter Schüler gewesen sein soll!
Nun findet man aber auch in der Wissenschaft die Ansicht, dass gesellschaftlicher Status und Lernfähigkeit vererbbar sind. Auch über religiöse und geistige Prägung werden ähnliche "Erkenntnisse" verbreitet.
Meiner Meinung, dass dieses ebenfalls barer Unfug ist, muß sich niemand anschließen!
Ein wunderbarer Mensch, Professor Dr.Dr. Vallabh Patel, der über einige Jahre mein philosophischer Mentor war, behauptete bei einem Treffen der von mir mitbegründeten "Säkularen Humanisten" in Neuburg/Donau, dass jeder Mensch als Atheist geboren wird.
Ich konnte ihm das mit der Begründung widerlegen,dass ein neues Menschenkind Ohne jegliches Wissen geboren wird. Um aber Atheist zu sein, oder mich dahingehend zu entwickeln, muß ich von irgendeiner Art von Religion zuerst einmal Kenntnisse haben, was bei einem Neugeborenen offensichtlich nicht der Fall ist!
Selbstverständlich wird ein Fötus bereits durch die Umwelt geprägt, die er (es?) bereits wahrnehmen kann, dazu gehören die Wärme, Nahrung, Stimme und Launen der Mutter.
Das aber ist ja bereits eine beginnende Prägung des werdenden Lebens,so, wie auch die Taufe (z.B.) die erste (gewaltsame!) religiöse Prägung eines Kleinkindes darstellt, während Vererbung nur über die Gene mit der Befruchtung erfolgt!
Und so ist es auch mit der Aussage: eine bestimmte Verhaltensweise "läge einem Menschen im But"! Nein, der Mensch wird indoktriniert und geprägt von seiner Umwelt.
Religiöser Glaube ist nicht vererbbar!
Daraus erfolgt logisch die Erkenntnis, dass es sich weder bei Juden noch bei Christen oder anderen religiösen Gemeinschaften um Rassen handelt! Auch diese These muß den Menschen nur lange und intensiv genug eingetrichtert werden (Drittes Reich!), sodass sie zuletzt dran glauben!
Wenn wir ernsthaft bei Juden von einer "Rasse" sprechen, dann dürfen Sommermenschen( wie meine Gattin und Wintermenschen (wie ich) , Atheisten sowie Rechts- und Linkshänder, Nazis, Demokraten und Alkoholiker, Wanderer und Radfahrer mit gleichem Recht verlangen, als "Rasse" bezeichnet zu werden! Schon aus dieser Begründung heraus ergibt sich der Nonsens dieser ganzen, weltweiten widerlichen und oft tödlichen Rassisterei!
Ein weiteres Problem ergibt sich: Wenn (z.B.) von einem 40-Millionenvolk wie den Polen 90% Katholiken sind, dann ist es "normal", katholisch zu sein, weil es sich unglücklicherweise auf der Welt so eingespielt hat, dass die Masse bestimmt, was "normal" ist! Der Nicht-Kathole ist unnormal,stellt sich selbst außerhalb der Gesellschaft und wird sogar von der Kanzel her öffentlich angefeindet
Da aber jede Religion von sich selbst behauptet, die einzig wahre  Religion zu sein, den einzig wahren und leibhaftigen Gott zu verehren und an ihn zu glauben, stellen alle diese Religionen sich selbst und gegenseitig ad absurdum, da sie mit ihrem Alleinvertretungs-Anspruch gleichzeitig alle anderen Religionen des Aberglaubens bezichtigen! (was ja auch in der Realität der Fall ist!)

was das alles betrifft, bin ich gern ein Atheist, stehe gern außerhalb dieser bigotten Gesellschaft und möchte keinen imaginären Gott mit meinem Glauben oder Unglauben belästigen!