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Eine Glosse

Zuletzt aktualisiert von K.K.-Blog am 21. Juni 2020 - 10:44

Freunde! Ich will Euch mal was sagen: (das muß endlich mal gesagt werden!)
irgendwie ist dieses Rentnerdasein doch eine große Scheiße!
Nun denke ich schon seit 3 Tagen, dass Sonntag ist:
Vorgestern war hier (wie in Bayern) einer der denkbar heiligsten Feiertage des ganzen Kirchenjahres! Es gab nur einen einzigen Grund, um auf die Straße zu gehen. wenn man bereit war, sich der Prozession des Fröhlichen Leichnams anzuschließen, eine Fahne zu tragen,die bigotten Lieder mit zusingen und den gesalbten Worten des Herrn Pfarrers zu lauschen, der hier in der Rangordnung noch vor dem Bürgermeister kommt: Dafür darf er auch mit den Ministranten*innen alle möglichen  göttlich toleriertenFerkeleien veranstalten, was dem Bürgermeister nun wieder nicht zusteht. Nun gut, man kann nicht alles haben. Der Bürgermeister dagegen hat eine äußerst attraktive Sekretärin,
die ihm Angenehmlichkeiten bietet, bei denen der Pfaffe nicht mithalten kann. Aber - weiß man's?? Nein, ich bin kein Schlüsselloch-Späher, und schließlich basieren  90% der Nachrichten in den Medien auch lediglich auf Vermutungen; Warum also sollte es mir nicht gestattet sein, derartige Vermutungen an- und infrage zu stellen? Zumal auch der Bürgermeister bereits in zweiter Generation in unserem kleinen Dorf Lubin Grundstücke zu Schleuderpreisen und gegen entsprechenden Bakschisch an wohlhabende Bauwillige verkauft, mit den Einnahmen die Infrastruktur der Kleinstadt Miedzizdroje (Mistroy) auf den heutigen technischen Standard bringt, (wobei der jeweilige Bakschisch seine eigene Lebens-Situation erheblich verbessert!), aber kein Geld übrig hat, um in der sogenannten "Hauptstraße" des Dorfes Lubin zumindest die Schlaglöcher provisorisch zu stopfen, was uns Bürgern seit 8 Jahren in jeder Gemeindeversammlung versprochen wird! Die gesamte Verwaltung ist hier eine einzige, wunderbar funktionierende Mafia, die von uns Bürgern finanziert wird! Übrig gebliebene Alt-Kommunisten lassen grüßen!
Aber zurück zu meinem Rentner-Dasein:
Ich habe mein Leben mit Terminen und Verpflichtungen verbracht, aber ich war immer - mehr oder weniger - gefragt und gebraucht!
Heute darf ich noch Kartoffeln schälen, bei Bedarf Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, Hunde und Katzenfutter zubereiten und aus Holzresten Vogelhäuschen bauen, hier und da mal ein antiklerikales Gedicht schreiben, wofür sich genau genommen auch niemand interessiert, und wodurch sich mein armseliges Taschengeld auch nicht aufbessert! Aber nun bin ich schon wieder vom Thema abgekommen:
Vorgestern dachte ich, es sei Sonntag, habe dadurch das Herausstellen der Mülltonne (donnerstags) versäumt, schon wieder erhöht ein Minuspunkt die mittlerweile anwachsende Sammlung bei der Chefin!
Gestern war für mich rein gefühlsmäßig Sonntag! und seit heute früh denke ich: wenn nun schon drei Tage kein Sonntag war, dann muß doch endlich heute Sonntag sein!  Der fehlende Gottesdienst um 6:00 Uhr im Radio belehrte mich eines Besseren!
Nun habe ich endlich eingesehen, dass erst Samstag ist, und habe den drei bereits fertiggestellten Vogelhäuschen ein viertes hinzugefügt.
Morgen ist nun endgültig Sonntag, da wollte ich eigentlich den Rasen mähen. Geht aber nicht, weil Sonntag ist!
Irgendwie habe ich den mir zugedachten Platz in dieser Weltordnung noch nicht gefunden. Aber egal: Ewa, die zweitbeste aller Ehefrauen, sagt: " mit 80 ist eh alles vorbei! Na ja, drei Jahre noch dieser unausgewogene Zustand, die werd' ich auch noch überleben?!
Es ist doch gut, dass wir darüber gesprochen haben!
K.K.